Tradition

Die Familie Freiherr von Oldershausen ist einer der wenigen niedersächsischen Adelsfamilien, die ihren Namen einstmals von ihrem Stammsitz erhielten und diesen namengebenden Altbesitz noch heute bewohnen und als Eigentümer selbst verwalten und bewirtschaften.  

700 Jahre alte Urkunden bezeugen, dass die Herren von Oldershausen schon damals im Gebiet um Westerhof durch Besitz und Rechte eine führende Rolle spielten. Schon um 1375 waren die v. Oldershausen von den Herzögen von Braunschweig und Lüneburg für deren Fürstentümer Wolfenbüttel, Göttingen und Grubenhagen mit dem Erbmarschallamt belehnt. Als braunschweigische Erbmarschälle wurden bei vielen feierlichen Gelegenheiten Hofdienste geleistet.
Der Besitz an Lehen war beträchtlich. Wenn auf den Gutshöfen der Herren von Oldershausen zu Förste und Oldershausen Lehntage gehalten wurden, hatten die Lehnsvasallen zu erscheinen. In der Zeit von 1830 bis 1862 wurden dann die Lehnshöfe durch Ablösungsbetrag als Eigentum an die Vasallen übertragen.  

Der Stammsitz der Familie in Oldershausen war um 1500 die „Hoppelburg“ in erhöhter Lage in der Nähe des heutigen Motels „Zur Altenburg“. Sehr starke, heute vermauerte Kellergewölbe alter Zeit lassen keinen Zweifel daran, dass hier der Ursprung der Familie war. 1538 errichtete Adam von Oldershausen einen Adelssitz in der Nähe der heutigen Gutskapelle. Dieser Sitz wurde mit dem Bau des herrschaftlichen Schlosses nach den Plänen des Baumeisters Conrad Wilhelm Hase 1859 aufgegeben.
Burchard von Oldershausen und sein Sohn Cuno von Oldershausen erweiterten das Schloß um 1877 durch einen Seitenflügel, Portal, Terrasse und weiträumigen Vorhof.  

1945 wurde das Schloss von den Alliierten beschlagnahmt, dann für Flüchtlinge genutzt und 1947 als Heilstätte an den Landkreis Osterode vermietet. 1974 wurde das Schloss im Einvernehmen in der Familie verkauft. Es diente bis 1986 als Rehazentrum für geistig und körperlich behinderte Kinder. Seit 1987 steht das denkmalgeschützte Gebäude leer.  

Die aus dem Schloss 1945 vertriebene Familie Jobst Frhr. v. Oldershausen richtete 1949 nach vorübergehender Übersiedlung in das Gutshaus Düderode ihren Wohnsitz im ehemaligen im Jahre 1781 von dem königlichen und churfürstlichen Oberjägermeister Burchard Ahnton Friedrich von Oldershausen erbauten „Amtshaus“ in Oldershausen ein.  

Die beiden Rittergüter Oldershausen und Düderode bilden mit ihren land- und forstwirtschaftlich genutzten Flächen von ca. 1.300 ha eine wirtschaftliche Einheit und werden heute vom Eigentümer Philip Frhr. v. Oldershausen selbst bewirtschaftet. Nach der Wiedervereinigung wurde der Besitz um den Forstbetrieb Morungen (Sachen-Anhalt) anteilig erweitert.